Direkte Eigentum (zugewiesen) von physischem Gold

Die Absicht dieses Seiten ist es, die Unterschiede zwischen jenen Investment-Lösungen zu erläutern, die das direkte Eigentum (zugewiesen) und Teileigentum (nicht zugewiesen) von physischem Gold ermöglichen.

 

 

Risiken im Rahmen der aktuellen wirtschaftlichen Situation:

Zwei der größten Risiken für Anleger, die in dieser Finanzkrise in Gold investieren, sind:

  • Gegenpartei-Risiko: das ist das Risiko, dem sich Anleger gegenübersehen, wenn sie ihre Investition - anstatt direkt - über einen Zwischenhändler halten. Sie sind dem Adressenausfallrisiko ausgesetzt.
  • Das Risiko, nicht wirklich physisches Gold zu besitzen, und die Unmöglichkeit, dessen Existenz zu überprüfen.

Was Gegenpartei-Risiken angeht, so sprechen die Pleiten von MF Global und Sentinel Asset Management für sich: beide Unternehmen verkauften entweder Goldzertifikate oder solches Gold, das im Bankensystem gelagert wurde. Aber in beiden Fällen waren Anleger nicht die vollständigen Eigentümer ihres Goldes; ihr Gold wurde von MF Global und Sentinel Asset Management gehalten.

In beiden Fällen hatten Anleger keinen Zugang zu ihrem Gold, konnten es nicht überprüfen oder zeitnah geliefert bekommen. Sie waren demzufolge dem Adressenausfallrisiko ausgesetzt und wurden Opfer dieser beiden Unternehmen.

Direktes Eigentum oder Teileigentum?

Unterschiede gibt es auf vielen Ebenen:

1) Wie wird die tatsächliche Goldinvestition gehalten? 

  • Teileigentum, oder nicht zugewiesenes Gold, besteht aus einem Teil eines Goldbarrens (normalerweise 12,5 kg). Das gehaltene Gold ist keine begrenzte Menge, etwa wie ein Ingot, sondern Teil eines Barrens.
  • Direktes Eigentum oder zugewiesenes Gold, erlaubt das vollständige Eigentum eines Barrens oder eines Ingots, abhängig von der Höhe der Investition.

In anderen Worten, ein Anleger kann entweder einen Teil eines Barrens besitzen (Teileigentum), oder einen vollständigen, zugewiesenen Barren (oder Ingot).

2) Für was sollte sich ein Anleger entscheiden?

  • Definitionsgemäß handelt es sich bei Teileigentum von Gold um ein Instrument, um Gold gemeinschaftlich mit anderen Anlegern zu besitzen (Gegenseitigkeit). Der ein und derselbe Barren ist demzufolge das Eigentum vieler Anleger, von denen jeder einen Teil, nicht jedoch den ganzen Barren besitzt.
  • Direktes Eigentum bedeutet, dass ein Anleger der direkte und vollständige Eigentümer eines Barrens (oder Ingots) in seinem vollständigen Namen ist.

Somit handelt es sich im einen Fall um gemeinschaftlich gehaltenes Eigentum, während es sich im anderen Fall um direktes (in vollständigem Namen), 100-prozentiges Eigentum handelt.

3) Eigentum und Lagerungszertifikate

  • - Im Falle von gemeinschaftlich gehaltenem Gold werden Lagerungszertifikate in Form einer Liste einschließlich aller Kundennummern und einer Liste der numerierten Barren ausgestellt. Diese werden durch den Lagerungspartner ausgestellt, weshalb es sich um eine pauschale und nicht persönliche Übereignung handelt.
  • Im Falle direkten Eigentums wird durch den Lagerungspartner für jeden Kunden ein unverwechselbares Lagerungszertifikat ausgestellt. Dabei handelt es sich um ein Unikat, ausgestellt für jeden einzelnen Kunden, worin der genaue Vor- und Zuname des Kunden und die Seriennummern der Barren genannt werden.

Somit handelt es sich im einen Fall um ein pauschales Lagerungszertifikat ohne persönliche Übereignung, während es im anderen Fall unverwechselbar und persönlich ist, und die genaue Identität des Kunden und die Seriennummern der von ihm gehaltenen Barren aufweist.

4) In welchen Fällen kennen die Lagerungspartner die Identität der Kunden?

Alle Unternehmen, die Teileigentum oder direktes Eigentum anbieten, haben Partnerschaften mit unabhängigen Unternehmen begründet, die sich auf gesicherte Lagerung von Edelmetallen, üblicherweise außerhalb des Bankensystems, spezialisiert haben:

  • Gemeinschaftlich gehaltenes, oder nicht zugewiesenes Gold: dem Lagerungspartner sind nur die Kundennummer und die Seriennummer des ihr zugehörigen Barrens bekannt. Die Identität des einzelnen Kunden, dem eine Nummer zugeordnet ist, ist ihm nicht unmittelbar bekannt. Darüber hinaus verfügen Unternehmen, die Teileigentum von Gold anbieten, beim Lagerungspartner lediglich über ein einziges Lagerungskonto im eigenen Namen, und eine Vielzahl an Unterkonten für jeden ihrer Kunden. Der Anleger/Kunde verfügt über kein offenes Konto beim Lagerungspartner, sondern es ist der Emittent der Teileigentums-Lösung, der Gold im Namen seiner Kunden lagert.
  • Direktes Eigentum: der Lagerungspartner, sofern er selbst ein Lagerungszertifikat mit der genauen Identität des Kunden nebst der Seriennummer des Barrens ausstellt, und/oder ein offenes Konto unmittelbar im Namen des Kunden besteht, kennt die Identität eines jeden Kunden genau und weiß exakt, wem jeder numerierte Barren gehört. In diesem bestimmten Fall sind die Identität des Kunden und die Seriennummern der von ihm gehaltenen Barren sowohl dem Unternehmen, welches das direkte Eigentum anbietet, als auch dessen Lagerungspartner, bekannt.

Somit ist in einem Fall (direktes Eigentum) dem Lagerungspartner die genaue Identität des Kunden (Vor- und Zuname) bekannt, während im anderen Fall (gemeinschaftlich gehaltenes Gold) der Lagerungspartner über eine Liste von Kundennummern verfügt, jedoch die Identität der Kunden nicht kennt, es sei denn über das Unternehmen, für das er ein pauschales Konto verwaltet.

5) Prüfung, direkter Zugang zu den gesicherten Lagerstätten und die Möglichkeit, gelagertes Gold abzurufen

Diese Fragen stehen im Zusammenhang mit der vorausgehenden:

  • Gemeinschaftlich gehaltenes Gold: im Normalfall ist es schwerer, wenn nicht gar unmöglich, körperlichen Zugang zu seinem Gold zu erhalten. Das Geschäftsmodell von Anbietern von Teileigentum sieht einen leichten Zugang des Kunden zu seinem Gold nicht vor, und das Abziehen von physischem Gold zieht für gewöhnlich heftige Ausstiegsgebühren nach sich.
  • Direktes Eigentum: Der Zugang zu den Lagerungsstätten wird garantiert. Der Lagerungspartner kennt die Identität des Kunden und die Seriennummern seiner Barren genau, da ein offenes, persönliches Lagerungskonto im Namen des Kunden existiert. Der Lagerungspartner ist gesetzlich verpflichtet, dem Kunden Zugang zu seinem Bestand zu gewähren und, darüber hinaus, ohne dass ein (oder mehrere) Mitarbeiter der veräußernden Gesellschaft anwesend sein muss. Die physische Besitzergreifung von Gold durch den Kunden ist gesetzlich genehmigt (ohne Ausstiegsgebühren), da der Kunde der Eigentümer begrenzter Barren (oder Ingots) ist.

6) Kostenunterschied

Das Eigentum von gemeinschaftlich gehaltenem Gold ist weniger kostenintensiv als das vollständige direkte Eigentum, was sich durch die zusätzlichen Kosten erklären lässt, die durch das unmittelbare Eigentum von Gold im eigenen Namen entstehen.

Zum Beispiel entstehen zusätzliche Kosten mit Bezug auf die sichere Lieferung von Barren für jeden Kunden, sowie Bearbeitungsgebühren, die nicht nur auf jeden einzelnen 12,5 kg-Barren entfallen, sondern auf jeden Goldbestand der auf das Kundenkonto in die gesicherten Lagerstätten geliefert wird, als auch Gebühren für das Eröffnen eines Lagerungskontos im Namen des Kunden durch den Lagerungspartner und das Ausstellen eines Lagerungszertifikates usw.

Schlussfolgerung:

Jede dieser zwei Lösungen, die das Eigentum von Gold außerhalb des Bankensystems ermöglichen, zielen auf Anleger mit unterschiedlichen Investitionsprofilen ab. Beide haben ihre Vorzüge und Besonderheiten.
Somit muss jeder Anleger, abhängig von seinem Investitionsprofil, seine eigene Wahl treffen, sprich ob er Traden will, ob er ein kurz- oder langfristiger Anleger ist, ob er seine Risikoanalyse zugrunde legt, oder die Kosten oder den Grad der Eigentumsgarantie oder der Möglichkeit des Zugangs zu seinem Gold und entsprechender Besitzergreifung (von den Lagerstätten).

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